Liebe Leserinnen und Leser,
Israel hat geantwortet. Oder war es mal wieder nur ein großes Theater an dem sich vor allem die Rüstungsindustrie erfreut?
Anfang der Woche habe ich ein kurzes Video zu den Beschüssen des Irans auf Israel gemacht, nachdem die Israelis mehrere hochrangige Vertreter des Iran in der iranischen Botschaft in Syrien ausgeschaltet hatten.
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kam dann die Antwort aus Israel. Doch die anfängliche Panik an den Märkten war schnell verflogen. Der heutige Beitrag soll zur aktuellen Lage ein kurzes Update liefern.
Herzlichst,

Inhalt
Rückblick
Antwort Israels
Auswirkungen auf die Märkte
Der Countdown läuft
Rückblick
Anfang April hatte es in der syrischen Hauptstadt Damaskus einen Luftangriff auf das iranische Konsulat gegeben. Bei dem Angriff sollen sieben Mitglieder der iranischen Revolutionsgarde getötet worden sein. Die Iraner haben daraufhin Vergeltung angedroht. Der iranische Außenminister sprach von einer entschlossenen Antwort.
Viele der iranischen Raketen wurden vom Iron Dome abgefangen. Ein paar davon haben allerdings ihr Ziel erreicht. So wurde zum Beispiel eine israelische Airbase getroffen. Ca. 99 Prozent der Raketen sollen laut Aussagen Israels abgefangen worden sein.
Allerdings waren die Drohnen mehrere Stunden unterwegs. Da fragt man sich schon, was das eigentlich soll? Wieso schickt man Drohnen mit einer Flugzeit von mehreren Stunden gegen die vermutlich beste Flugabwehr der Welt. Außerdem soll Israel 72 Stunden vorher gewarnt worden sein.
Antwort Israels
Nachdem Israel die Botschaft in Syrien angegriffen hatte, musste der Iran reagieren, um sein Gesicht zu wahren. Hier wurde bereits eingroßer Gegenschlag verkündet. Und es kam auch eine Reaktion. Nur von wem? Das weiß anscheinend keiner!

Quelle: ABC News
So gab es Berichte über Explosionen in Isfahan und weiteren Standorten, welche schnell als möglicher israelischen Angriff im Iran gewertet wurden. Doch eine Stellungnahme blieb bislang von beiden Ländern aus. Die Situation bleibt demnach unklar, da die Konfliktparteien unterschiedliche Angaben machen und der Informationsfluss aus dem Iran begrenzt ist.
Israelische Raketen wurden berichtet, jedoch von den iranischen Behörden zurückgewiesen. Denn wenn man dies bestätigen würde, wäre man sogleich in der Pflicht, einen weiteren Gegenschlagzu koordinieren.
Isfahan ist besonders relevant, da dort sowohl Waffen als auch Atomreaktoren stationiert sind. Die jüngsten Drohungen des Irans, Atomwaffen zu beschaffen, haben Israel aktiv werden lassen, um dies zu verhindern.
Iranische Medien und Beamte beschrieben eine kleine Anzahl von Explosionen, von denen sie sagten, dass sie darauf zurückzuführen waren, dass die iranische Luftverteidigung drei Drohnen über der Stadt Isfahan getroffen hat.
Insbesondere bezeichneten sie den Vorfall als Angriff von "Infiltratoren" und nicht von Israel, was die Notwendigkeit von Vergeltungsmaßnahmen überflüssig machte. Ein iranischer Beamter meinte, dass es keine Pläne gebe, gegen Israel für den Vorfall zu reagieren. So zitiert Reuters den Beamten:
"Die ausländische Quelle des Vorfalls wurde nicht bestätigt. Wir haben keinen externen Angriff erhalten, und die Diskussion neigt mehr zur Infiltration als zum Angriff".
Israel wollte damit nur zeigen, dass sie jederzeit dazu in der Lage sind, Iran zu attackieren und Iran schiebt es glücklicherweise auf seine eigenen Abwehrsysteme, damit man nicht direkt darauf reagieren muss.
Dennoch ist es wahrscheinlich, dass weitere Angriffe seitens des Irans folgen werden, möglicherweise mit der Schließung der Straße von Hormus als Druckmittel im Ölgeschäft, was fatale Folgen auch für den Spritpreis in Deutschland haben könnte.
Generell darf man davon ausgehen, dass die Lage in den nächsten Jahren weiter angespannt bleiben dürfte und es irgendwann zur großen Eskalation kommt.

Auswirkungen auf die Märkte
Die Auswirkungen auf die Märkte sind bislang überschaubar. Gold stieg als erste Reaktion auf ein neues Allzeithoch auf über 2.400 US-Dollar. Auch der kleine Bruder Silber zeigt sich am heutigen Handelstag stark und notiert aktuell mit rund rund 1,2 Prozent im Plus.
Auch wenn eine weitere Eskalation eher positiv für den Ölpreis sein sollte, so ist der Energy-Sektor allgemein erst einmal mit großen Fragezeichen versehen (siehe nächster Tweet). Darüber hinaus berichtet bereits die BILD-Zeitung von einer möglichen Verdoppelung des Ölpreises. Investoren, die schon länger am Markt aktiv sind wissen, dass solche Schlagzeilen eigentlich eher ein Grund sind, um vorsichtig zu werden und den Kursen nicht noch hinterher zu rennen.
Mittel- bis langfristig dienen Aktien aus dem Bereich allerdings als optimaler Hedge gegen geopolitische Risiken und weiter ansteigende Inflation. Konkrete Aktienempfehlungen und Analysen hierzu finden Sie unter friedrich.report.
Besonders stark zeigt sich bislang der Bitcoin, der sich aktuell im Bereich der 65.000 US-Dollar-Marke bewegt. Innerhalb von einer Woche hat Bitcoin jetzt zwei Mal den 3. Weltkrieg eingepreist. Die Tatsache, dass der Kurs sich jedes Mal so schnell erholt hat und den Bären es nicht gelungen ist den Kurs noch tiefer zu drücken, spricht schon sehr für den Bitcoin. Und man darf nicht vergessen: Heute Nacht steht ja auch das nächste Halving an, wodurch der Bitcoin offiziell zum härtesten Gut der Welt wird.

Hinweis: Das Titelbild wurde mit Midjourney erstellt.